Reisebericht Ukraine 09/2017

Was willst du denn in der Ukraine? Ist das nicht gefährlich? Da ist doch Krieg oder? So oder so ähnlich reagierten die meisten meiner Freunde, als sie erfahren haben, dass ich in die Ukraine reise. Nun, ich kann euch beruhigen – ich lebe noch und hatte eine sehr erholsame und angenehme Woche.

Tatsächlich wäre ich normalerweise aber auch nicht auf die Idee gekommen in die Ukraine zu fliegen. Viel mehr war es mein Onkel, der mich dort hin zog. Er lebt seit 2010 mit seiner Frau in der Nähe von Tscherkassy und hat dort ein kleines Haus mit Grundstück und einigen Quadratmetern Feld. Da ich in diesem Jahr eh noch keinen Urlaub hatte und ich dort auch beste Laufbedingungen vorfinde, bot sich diese günstige Destination also an.

Wie muss man sich das Leben in der Ukraine vorstellen? Natürlich sehr einfach. Viele Ukrainer leben fast ausschließlich von dem was sie in ihrem Garten bzw. auf den Feldern anbauen. So auch mein Onkel und wir in der Woche. 50 Enten, 15 Hasen, 10 Hühner und bis vor kurzem noch ein paar Ziegen, bewacht von zwei deutschen Schäferhunden. Dazu jedes Obst und Gemüse, was man sich vorstellen kann: im Garten Kirschen, Aprikosen, Pflaumen, Äpfel, Johannisbeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Möhren, Tomaten, Gurken, Paprika, Salat und vieles mehr, auf dem Feld Unmengen von Mais, Kartoffeln, Rote Beete und Futterrüben für die Tiere.

Entenfütterung unter Aufsicht von Schäferhund Irma

So war es nicht verwunderlich, dass wir mehrfach raus mussten um zu ernten. Außerdem mussten die Tiere gefüttert werden. Das alles war für uns aber keinesfalls Arbeit, sondern eine Freude und nebenbei auch noch alternatives Krafttraining! 😉 Eine ganz andere Welt! Jeden Tag gibt es frisches oder eingelagertes Obst und Gemüse aus eigenem Anbau – nicht vergleichbar mit den Sachen aus den deutschen Supermärkten.

Rote Beete – bis 1,6kg/Stk.

Der durchschnittliche Ukrainer verdient umgerechnet ungefähr 100-150€/Monat und das bei einer Arbeitswoche von meist weit über 40 Stunden. Entsprechend günstig ist aber auch der Lebensunterhalt. Eine Busfahrt kostet beispielsweise nur 15ct in der Stadt, Häuser mit Grundstück kann man schon für unter 1000€ kaufen. Ein hervorragendes Essen in einem noblen, georgischen Restaurant kostete uns inklusive Getränke für 7 Personen knapp 35€ – und das Essen war der Hammer!

Niedliche Futterrübe 😉

Unsere Unterkunft, das Gästehaus meines Onkels, entspricht den europäischen Standards. Einfach gehalten, aber sehr sauber und mit allem ausgestattet was eine Ferienwohnung in Deutschland auch hat.

Der selbstgemauerte Pizzaofen im Pavillon

Trainiert habe ich natürlich auch! Das Wetter war in der gesamten Zeit sehr gut. Geregnet hat es nur nachts, tagsüber waren meist so um die 20 Grad, am Anfang sogar 28, sodass ich einmal kurz im Dnjepr schwimmen war. Beste Bedingungen also! Auf dem Plan stand weiterhin Krafttraining in Form von Sprüngen und Kreistraining. Tempoläufe und viele längere Dauerläufe absolviere ich derzeit noch nicht. Dazu werde ich in einem anderen Beitrag noch näher eingehen.Insgesamt war die Ukraine-Reise eine tolle Erfahrung.

Alternatives Krafttraining beim Umackern

Angst hatte ich übrigens zu keinem Zeitpunkt, der Krieg ist weit weg. Ich werde also in den nächsten Jahren sicher mal wieder hinfliegen. 😉

#RUNGINEERING

PS: Interessierte finden weitere Informationen rund um die Ukraine und die Unterkunft übrigens hier .

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