Laufanekdote I: “Soll ich den Notarzt rufen?”

Jeder Läufer erlebt unzählige Dinge beim Training, an die er sich gern erinnert und die er dann – womöglich beim nächsten Sonntagslauf – vor seinen Lauffreunden zum Besten gibt. Meist ist es schon in genau dem Moment der Gedanke, der einem zuerst durch den Kopf geht: ” Das muss ich meinen (Lauf-)Freunden erzählen!”. Eine solche Situation trug sich bei den letzten Berganläufen im Grafenberger Wald zu.

Ich fasse mich kurz: 3 Durchgänge a 400-300-200-100m bergan standen auf dem Plan. Da kann die Luft hinten raus schon mal knapp werden. So auch diesmal, als ich am Ende des letzten 300ers heftig am Keuchen war und genau auf Höhe der Ziellinie ein Nordic Walker neben mir ging. Ich hielt kurz inne um umzudrehen und die Trabpause bergab anzutreten und fragte mich innerlich was der wohl jetzt von mir denken wird und in dem Moment beantwortete er mir auch schon diese Frage:

“Soll ich den Notarzt rufen?”

Er sagte das mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und gleichzeitig doch ziemlich ernst. Wahrscheinlich weil er selbst nicht wusste, wie realistisch es gerade war, dass ich tatsächlich einen Arzt brauchen könnte. Ich lachte kurz auf und entgegnete völlig außer Atem:

“Nein danke, ich hab´noch paar Läufe.”

Und trabte weiter. Innerlich lachte ich mich gerade schlapp und bedauerte etwas, dass kein Lauffreund an meiner Seite war, mit dem ich diesen Moment hätte teilen können.

Es wurde mir wieder mal klar, wie verrückt man eigentlich sein muss, um sich dort den Berg hochzuquälen und an seine körperlichen Grenzen zu gehen. Völlig ohne auf den ersten Blick erkennbaren Sinn. Aber das macht doch das Laufen aus! Dieses “Anderssein” und gleichzeitig trotzdem Tausende zu kennen, die genauso sind.

Danke, lieber Nordic Walker!

#RUNGINEERING

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